Wir arbeiten biologisch und nach Permakultur-Prinzipien
Wir gestalten unseren Garten anhand der Prinzipien der Permakultur. Das heißt, wir beobachten genau, was an einer Stelle gut funktioniert. So ist zum Beispiel in einem schattigen Eck unsere Pilzzucht entstanden. Wir bauen nicht nur Obst und Gemüse an, sondern wollen eine möglichst große Vielfalt im Garten schaffen. Deshalb gibt es auch „wilde und unordentliche“ Ecken im Garten, in denen sich Tiere und Insekten wohl fühlen. Wir graben die Erde nicht um, sondern versuchen sie mit Nährstoffen anzureichern und Regenwürmer zu fördern. Wir verwenden nur natürliche Dünger wie Jauchen oder Gründüngung und keine Pestizide.
Wir arbeiten ausschließlich mit biologischem und samenfesten Saatgut. So können wir jedes Jahr eigene Samen gewinnen und haben eine schöne Saatgut-Sammlung aufgebaut. F1-Hybride sind im gesamten Garten tabu.

Mischkultur und Fruchtfolge
Mischkultur bedeutet, dass unterschiedliche Pflanzenfamilien in einem Beet zusammen wachsen. Die Pflanzen unterstützen sich mit ihren verschiedenen Eigenschaften gegenseitig und die Vielfalt macht das Beet für Schädlinge weniger interessant.
Bei uns werden immer zwei Pflanzenfamilien in einem Beet in Mischkultur kultiviert, zum Beispiel Nachtschattengewächse und Korbblütler. Welche Vertreter aus der Familie im Beet wachsen entscheiden die Beetpat*innen.
Bei o’pflanzt is! gibt es sechs Mischkultur-Gruppen, die unterschiedliche Anforderungen an den Boden haben. Manche entnehmen dem Boden viel, manche weniger Nährstoffe, einige geben dem Boden sogar Baustoffe zurück, etwa indem sie Stickstoff aus der Luft im Boden anreichern.
Jedes Jahr wechseln die Pflanzenfamilien das Beet und wandern einen Platz weiter. Diese Fruchtfolge hat das Ziel, den Boden fruchtbar zu halten. Nach sechs Jahren wiederholt sich der Rhythmus.

Recycling, Upcycling, Kreislaufwirtschaft
Auch ein Prinzip der Permakultur ist, möglichst keinen Müll zu erzeugen und im Kreislauf zu wirtschaften. Deshalb verwenden wir zum Bauen wenn möglich gebrauchte Materialien, die wir gespendet oder geschenkt bekommen, oder Second-hand kaufen.
Auch Kompostieren ist Kreislaufwirtschaft. Der Kompost ist ein wichtiger und großer Bestandteil unseres Gartens, um nach und nach die ursprüngliche „Schotterbrache“ in einen fruchtbaren Garten zu verwandeln.

Jede*r ist ein Teil des Ganzen
Wir gärtnern nach dem Allmendeprinzip. Das heißt, wir bauen gemeinsam an und ernten auch gemeinsam. Wenn Du auf Deinem Beet Tomaten und Salat hast, fehlen Dir alle anderen Gemüsearten, zum Beispiel Kürbisse, Kohl, Mangold, Radieschen, Mais, … Dafür brauchst Du die Anderen. Außer dem Anbau sind im Garten auch noch viele andere Arbeiten wichtig, etwa Wasserversorgung, das Organisieren von Pferdemist zum Düngen, Beete bauen, Kompost pflegen, und vieles mehr. Deshalb teilen wir die Ernte nicht nur unter den Gärtner*innen auf, sondern unter allen, die aktiv mitarbeiten.

